Untergrundvorbereitung (nach Verwendungszweck)
Wohnzimmer/Küchen/Wohnräume
Vorbereitung des Verlegeuntergrunds für Innenverkleidungen
Vor der Verkleidung muss die Verlegefläche vorbereitet werden. Dies hängt von der Untergrundart, den Umgebungsbedingungen, der Beanspruchung, der Verkleidungsart und der Fliesengröße ab.
1. Horizontale Verkleidung
Der Untergrund für horizontale Böden ist meist Beton, Holz, Spanplatte, OSB oder eine alte Verkleidung.
Ein Betonuntergrund wird vorbereitet, indem eine Grundierung zum Ausgleich der Saugfähigkeit aufgetragen und ein Grundestrich (verbunden, schwimmend oder unverbunden) gegossen wird, gefolgt bei Bedarf von einem Selbstnivellierestrich. Der Estrich dient dazu, den Boden zu nivellieren und auszugleichen. Sobald der Estrich trocken ist, wird bei feuchter Umgebung eine Abdichtung auf seine Oberfläche aufgebracht. Nach der Abdichtung muss die Oberfläche fest, glatt, sauber und trocken sein. Kleber und Steinfliesen werden dann auf diese Oberfläche aufgebracht.
Ist der Untergrund Holz (oder holzbasiert), muss er zunächst gesichert werden. Anschließend wird die Ebenheit geprüft, und bei Abweichungen wird lokal ein Selbstnivellierestrich gegossen. Anschließend werden 15-20 mm starke Sperrholzplatten auf der Oberfläche verlegt und verschraubt. Auch Zementplatten können verwendet werden, wobei eine Fuge zwischen den Platten mit dem Untergrund verklebt und anschließend verschraubt wird. Fugen werden mit Dichtband abgedeckt. Anschließend wird eine Grundierung aufgetragen, gefolgt von 1-2 Abdichtungsschichten, und schließlich werden die Fliesen verlegt.
Bei einer alten Verkleidung ist es am besten, diese vollständig zu entfernen, da der dadurch entstehende Verlegeuntergrund selten fest ist. Ist dies nicht möglich, wird die alte Verkleidung so gut wie möglich gesichert, und Lücken, die nach dem Entfernen nicht reparierbarer oder falsch verlegter Fliesen entstehen, werden repariert. Lücken können entweder mit Kleber gefüllt oder mit Fliesen derselben Größe geflickt werden. Die Oberfläche (besonders wenn poliert) wird anschließend angeschliffen, um eine raue Schicht zu erzeugen, die die Haftung verbessert. Alternativ kann eine säurehaltige Lösung verwendet werden, die die Oberfläche anätzt.
Bei Fußbodenheizungssystemen erfolgt die Verlegung bei abgeschaltetem System. Zur Abdichtung werden 2 Abdichtungsschichten aufgetragen, gefolgt von den Fliesen, unter Verwendung geeigneter Kleber und Fugenmassen.
2. Vertikale Verkleidung
Die Wandverkleidung hängt von der Art der zu verkleidenden Wand ab (Mauerwerk oder Trockenbau).
Mauerwerkswände werden mit einem Unterputz zur Nivellierung verputzt, gefolgt von einem Oberputz. Vor dem Verputzen wird eine Grundierung auf die Oberfläche aufgetragen, um die Haftung zu erhöhen. Abschließend wird Kleber aufgetragen und die Fliesen werden verlegt. Zum Ausgleich von Mauerwerkswänden kann auch eine 9 mm starke Spanplatte angebracht werden, möglicherweise auf Holzlatten montiert. Spanplatten können bis zu 30 kg/m² tragen, sodass ihre Verwendung durch das Gewicht der Steinfliesen begrenzt ist.
Trockenbauwände können bei direkter Anwendung (Kleber + Fliese) etwa 30 kg/m² tragen. Dies erfordert Steinfliesen von höchstens 10 mm Stärke. Mit dem Kleber steigt die maximale Stärke auf etwa 13 mm. Dickere Fliesen, wie sie für Naturstein typisch sind, werden von Trockenbau nicht getragen. Mit Spachtelmasse kann die Wand nur 20 kg/m² tragen.
Bei flexiblem Schiefer, der eine Verkleidung auf gebogenen Flächen ermöglicht, muss die Oberfläche sauber, fest und trocken sein.
3. Sonderverkleidungen – Stufen, Fensterbänke, Arbeitsplatten
Die Stufenverkleidung erfolgt auf einem bestehenden Untergrund, meist Beton oder Ziegel. Stufen können entweder direkt durch Zuschneiden einer Platte auf die erforderliche Größe hergestellt werden, oder durch Verkleidung mit kleineren Fliesen. Der Untergrund muss fest, glatt, sauber und trocken sein. Die Ebenheit des Untergrunds ist wesentlich, da die Stufen sonst nicht eben sind. Nach dem Nivellieren der Oberfläche folgt die Fliesenverkleidung derselben Technik wie bei Böden.
Fensterbänke wiederum werden direkt aus Platten zugeschnitten und können an den Kanten bearbeitet werden. Ihre Verlegung erfordert einen ebenen, sauberen, festen Untergrund. Die Verlegetechnik ähnelt der horizontalen Verkleidung.
Arbeitsplatten werden auf Beton-, Ziegel-, Metall- oder Holzkonstruktionen platziert. Diese müssen Ebenheit und Festigkeit bieten, da Steinarbeitsplatten schwer sind. Die Verlegung von Arbeitsplatten auf Trägern folgt einer für jede Trägerart spezifischen Technik.
Die Oberflächenvorbereitung ist für eine ordnungsgemäße Verkleidung wesentlich; jeder in dieser Phase gemachte Fehler setzt sich fort und kann spätere Schritte beeinträchtigen, auch wenn manche Mängel ausgeglichen werden können.