La Mița Biciclista, ein reaktiviertes kulturelles Wahrzeichen in Bukarest

Die Relektüre eines Hauses zwischen Erinnerung, Gastlichkeit und Szenografie
1908 erbaut, kehrt die Casa Mița Biciclista durch einen Eingriff in den Kreislauf der Stadt zurück, der die Eleganz der Belle Époque zurückgewinnt, ohne sie in ein nostalgisches Dekor zu verwandeln. CUMULUS baut eine präzise Beziehung zwischen Baudenkmal, Licht, Farbe und den neuen Ritualen zeitgenössischer Gastlichkeit auf.
Von der zur Straße hin geöffneten Brasserie bis zur verborgenen Bar im Obergeschoss erkundet jeder Raum eine andere Facette von Maria Mihăescu. Samt, perforiertes Messing, Spiegel und Naturstein komponieren eine Abfolge intimer Bilder, in denen die Geschichte des Hauses zur Atmosphäre wird und nicht zur bloßen Referenz.
Die Gestaltung wurde in Etappen zwischen 2023 und 2024 umgesetzt; das Projekt erhielt den 1. Preis für Best Design bei den Romanian Hospitality Awards 2025.

La Mița Biciclista öffnet seine Türen wieder als kulturelles Etablissement, bewahrt die Erinnerung des Hauses und übersetzt sie durch Licht, Materialität, Szenografie und eine direkte Beziehung zur Stadt. Das 1908 erbaute Haus verbindet die Formensprache der Beaux-Arts mit Art-Nouveau-Einflüssen, und der zeitgenössische Eingriff reaktiviert seinen sozialen und kulturellen Charakter.

- Cocktailbar: 16 m²
- Brasserie: 233 m²
- Zeitraum: 2023–2024
- Natürliche Materialien: 7 Länder

Im Inneren verleiht Naturstein der Szenografie Gewicht, und die Tische aus den Marmorsorten Palisandro und Light Beige machen jede funktionale Geste zu einem Objekt mit skulpturaler Präsenz.

Architektur als Szenografie der Erinnerung
Das Projekt funktioniert als Abfolge von Registern, in denen Baudenkmal, Gastlichkeit und Kultur untrennbar werden. Die Brasserie im Erdgeschoss öffnet sich zur Stadt wie ein Empfangssalon, während sich die Bar im Obergeschoss in die Atmosphäre eines Boudoirs zurückzieht — gemeinsam bauen sie ein graduelles Erlebnis auf, vom öffentlichen Raum bis zur Intimität.
Der Eingriff bedeutete Präzision im historischen Kontext: die Restaurierung der Details, die Integration der Haustechnik, Sonderanfertigungen und die sorgfältige Koordination der Materialien. Das Ergebnis ist ein Interieur, in dem die Vergangenheit nicht wörtlich rekonstruiert, sondern durch Licht, Taktilität und zeitgenössische Nutzung aktiviert wird.





















